Deine Seele weint

Tiefer und noch tiefer hast du ihn vergraben,
bis auf den Meeresgrund verbannt.
Doch gibt er keine Ruh‘.

Wütend trittst du ihn nieder,
auf das er ganz verschwinden möge.
Vergebens. Er findet seine Wege.
Trübt die Wasser deines Lebens,
wo du auf Glück und Frieden hoffst.

Rastlos suchst du Heil. Für kurze Augenblicke lang.
Trugbilder deines irdischen Seins.
Dein Schmerz, mein Freund, gehört nur dir allein.

Trotz füllt deine Augen, an Tränen statt.
Erschöpfung spricht aus deinem spiegelnden Gegenüber.
Deine Seele weint.

Ich kann sie hören. Ozeane weit.
Deinen Schmerz. Ich kenne ihn. Und weiß.
Möchte dich rufen. Dich halten. Dir zeigen, wie du heilst.

Hältst deine Liebe gefangen.
Verschlossen dein Herz.
Niemand kommt in seine Nähe.
Nicht einmal du selbst.

Deine Seele weint.
Ich wünschte, du könntest sie endlich hören.

© Jeanette Neuendorf | 2016

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